Chapter 11

Otto o.sell at telda.net
Sun Jun 10 08:00:49 CDT 2001


> now we are cooking with gas, great <
Ok Terrance, "Butter bei die Fische"

Another great post, Thomas!

I think you have described Fausto IV's view quite correct. The following
quote seems to support your opinion that this is indeed the pov of the
narrator, i.e. Pynchon's view of our personal and collective history, that
there is, as you say, a "poetological significance of Fausto's statements
for Pynchon's writings in general."

Andreas Freitag says in the intro of his essay "We hold these truths to be
self-evident" about M&D (the url has gone but I had printed it out) that
Fausto's view of memory and history is Pynchon's idea of a "third way"
between the paranoiac Stencil and the rootless Profane. Freitag doesn't call
it "existentialist" but an essential element of postmodern thinking:

"Der Umgang mit unserer persönlichen wie unserer kollektiven Geschichte ist
seit "V." (1963) in den Romanen Thomas Pynchons immer ein zentrales Thema
gewesen. Bereits dieser erste Roman Pynchons beschäftigt sich mit der Frage,
wie wir die Ereignisse unseres Lebens und der sogenannten Weltgeschichte mit
Sinn erfüllen können. In "V." werden, vertreten durch die beiden
Hauptfiguren Herbert Stencil and Benny Profane, zwei extreme
Geschichtsauffassungen antipodisch gegenübergestellt: Herbert Stencils
Glaube an eine wie auch immer geartete Macht, die alle geschichtlichen
Abläufe beeinflußt und Benny Profanes absolute Geschichtslosigkeit. Sowohl
Stencils paranoid besessene Suche nach historischer Wahrheit als auch
Profanes, zu Passivität und Trägheit führende Überzeugung, nichts geschehe
aus irgendeinem rational nachvollziehbaren Grund, werden mit wachsender
Orientierungslosigkeit ihrer Vertreter, im Laufe des Romans als
Möglichkeiten des Umgangs mit Geschichte ausgeschlossen. Als Lösung bietet
"V." die Geschichtsschreibung des Fausto Maijstral an. Maijstral ist ein
Malteser Dichter, der in seiner Autobiographie die turbulente Geschichte
Maltas während des Zweiten Weltkriegs verarbeitet. Darin bezeichnet er seine
Person in verschiedenen Lebensabschnitten nach dem Muster Fausto I, Fausto
II, usw. Seine Begründung für diese Eigenart lautet wie folgt: "Now memory
is a traitor: gilding, altering. The word is, in sad fact, meaningless,
based as it is on the false assumption that identity is single, soul
continuous." Faustos Erkenntnis, daß jede Art von Erinnerung, sei es unsere
persönliche oder die kollektive Erinnerung, die wir Geschichte nennen, in
die Irre führen muß, da sie auf der falschen Annahme der kohärenten
Identität einer Person oder Institution beruht, läßt ihm einzig den Ausweg,
eine immer nur vorläufige Geschichte seiner Selbst und seiner Insel zu
schreiben. Dieses Bewußtsein für die Vorläufigkeit und die Konstruiertheit
jeglicher Geschichtsauffassung denkt zwei wesentliche Elemente postmoderner
Geschichtsauffassung vor."

About St. Augustin  (13.11.354-28.8.430, converted to RC in 386) whom I've
never read myself I find interesting in this context that his "De civitate
Dei" (God's own Country?) is called the begin of a of a universal
"Geschichtstheologie" in my old Brockhaus and St. Augustin is called the
founder (in following Paulus) of the predestination dogma, and was even
justifying the use of state violence against herectics.

Fausto's view is described contrary to St. Augustin's. Fausto is, so to say,
living under siege and St. Augustin died during the siege of the North
African town Hippo Regius, where he was bishop, by the Vandals.

Indeed: "life's single lesson: that there is more accident to it than a man
can ever admit to in a lifetime and stay sane."

Otto






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