rainbow-files: "fly me to the moon...."
lorentzen-nicklaus
lorentzen-nicklaus at t-online.de
Tue Oct 15 05:16:29 CDT 2002
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in other words: this week's edition of "der spiegel" has on pp. 206-9 an article
by matthias schulz on a late nazi project with m a n n e d rockets:
gottfried's historical cousin was named lothar sieber. the guy doing the
research, horst lommel, made a book ("der erste bemannte raketenstart der welt")
about this. also a film which can, as i found out with a quick google-visit, be
seen (perhaps also ordered) in stanford's department for germanic videos. the
article contains three fotos (one of them coloured) of this rocket named
"natter" (viper). interesting also that lommel found technical drawings of a
manned v2-version. von braun-like folks like willy fiedler or theo knacke, too
important to leave them in bombed-out europe, get mentioned in this article too.
follow some outtakes:
"MIT VOLLGAS IN DEN KRATER
BEGANN DIE MONDFAHRT 1945 AUF DER SCHWÄBISCHEN ALB? HISTORIKER SIND KAUM
BEKANNTEN RAKETENPROJEKTEN DER NAZIS AUF DER SPUR
es war ein trüber morgen, als auf dem truppenübungsplatz heuberg südlich von
stuttgart die tarnnetze fielen. ss-leute umringten ein hochragendes stahlgerüst.
daran hing eine rakete mit stummelflügeln.
eingezwängt in ein enges cockpit, am hals ein kehlkopfmikrophon, saß der
gefreite lothar sieber im plaste-overall mit asbestfutter. "vollschub!", meldete
der ur-astronaut an den leitstand. blitze zuckten, weißer qualm umflorte die
startrampe.[na herr schulz, selber mal 'n büschen pynchon spielen?! right
on....]
6500 kilopond entfesselte schubkraft drückten die ba 349 "natter" empor. was
für ein triumpf! sieber lenkte die erste bemannte rakete der welt --- allerdings
nicht lange: plangemäss verschwand der pilot im hochnebel. doch schon 55
sekunden später steckte sein gefährt, in tausend splitter zerrissen, nahe der
ortschaft nusplingen in einem absturzkrater.
die aktion vom 1. märz 1945 gehört zum spannendsten, was die deutsche
luftfahrtgeschichte zu bieten hat. angespornt vom ss-chef heinrich himmler
hatten ingenieure eine rakete in die atmosphäre gejagt --- für den flugexperten
horst lommel ein 'erster kleiner schritt in richtung bemannte raumfahrt'.
lommel, der in siegen ein privates luftfahrtarchiv betreibt, hat das drama um
das "bemannte geschoss" dem vergessen entrissen. er befragte zeitzeugen, barg
rostige raketenteile und stieß bei einer begehung der absturzstelle sogar auf
'leichenreste des unglückspiloten'.
14 countdowns, so ergab die recherche, erfolgten auf dem testgelände.
vollautomatisch gesteuert hoben die prototypen ab. an bergungsfallschirmen
schwebten lederpuppen und abgesprengte hecks zu boden, während das bodenpersonal
treibstoff in großen kannen herbeischleppte.
.... wird immer klarer, dass die raketenpioniere von peenemünde, die mit
milliardenaufwand die 'wunderwaffe' v2 bauten, nicht allein dastanden. wernher
von braun hatte konkurrenz.
auch raumgleiter und flugbomben wurden von ingenieuren unterm hakenkreuz
entwickelt. die winzrakete 'kralle' war kaum größer als eine biotonne. von der
v2 (spitzentempo: 5500 km/h) existieren skizzen einer bemannten version.
.... ob booster-antrieb oder mehrwegrakete --- überall beschritten die
ingenieure technisches neuland. neun wegweisende entwicklungen gehen auf ihr
konto. sie bauten den ersten bänderfallschirm zur bergung ein und sahen das
erste 'strahlruder' für den bemannten flug vor, einen steuerkeil, der direkt im
rakentenstrahl schwenkt.
nach dem krieg machte projektleiter willy fiedler in den usa karriere; er war
maßgeblich beteiligt an der erprobung der atomar bestückten u-boot-waffen
'poseidon' und 'polaris'. sein kollege theo knacke, heute 91, entwarf für die
nasa fallschirme zur bergung von mondkapseln.
im kalten winter 1944/45 stand das genie dieser männer im dienst düsterer
mächte. 'wir wähnten uns in einem utopischen film versetzt', erinnerte sich ein
mitarbeiter. mindestens fünf 'nattern' stürzten ab. bei jedem fehlstart witterte
die ss verrat.
.... fernab bei washington steht ein original. 'beim vormarsch in österreich
fielen den amerikanern vier 'nattern' in die hände', erzählt lommel. zwei der
maschinen gingen als kriegsbeute über den atlantik. kurze zeit später traf eine
von ihnen auf der muroc army air base in kalifornien ein.
begierig studierten die us-ingenieure die wunderwaffe aus germany. 1946 wagten
sie einen steilstart. die maschine hob ab, schwenkte nach osten und krachte 30
kilometer entfernt in einen drugstore. die steuerung hatte versagt...."
kfl *
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