ATD - Parallelwelten, Mystik und Quantenfelder

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Tue Oct 6 05:17:25 CDT 2009


Montag, 5. Oktober 2009
von Rita Weinrich

Parallelwelten, Mystik und Quantenfelder: Werner Langhans,
Deutschlandfunk, Thomas Pynchon, Against the day

Wenn ein Verehrer des angeblichen Satanisten "Sir" Aleister Crowley
(1875 - 1947), jenes "großen britischen Mystikers" (Langhans), im
Roman "Deutschlandfunk" sagt: "Crowley hat im Verlauf seiner so
genannten Großen Erleuchtung im Inneren der Cheopspyramide, das war
1904, nicht den Satan, sondern die Geheimnisse der Quantenmechanik
geschaut", dann bleibt wieder einmal offen, ob der abstrus -
exzentrische Schriftsteller Werner Langhans ("Deutschlandfunk") sein
Publikum einmal mehr verarscht - oder ob der bekennende und
"bedingungslose Thomas - Pynchon - Fan Langhans" (Eigendefinition)
feinere Fäden spinnt. Nach langen Exkursen über Dualismus,
Manichäismus und das Higgs - Boson kommen Langhans' Figuren zu dem
Schluß. "dass das Geheimnis des sinnlos expandierenden Universums nur
durch magische Arbeit gelüftet werden kann" - ein schwerer Schlag für
Pynchon, Langhans hält es wohl eher mit Umberto Eco und der Madame
Blavatsky: er ist ein Mystiker, der die Quantenschleifengravitation
zwar bemüht, aber die Geheimlehren der Alchimisten darüberstülpt. Mit
anderen Worten: Pynchon setzt auf die Gnostik, Langhans in Wahrheit
auf den Glauben. Nicht im herkömmlich - religiösen Sinn, natürlich
nicht. Das Fiasko der Naturwissenschaften auf der Suche nach der
"Weltformel" und die Lächerlichkeit der - wiewohl mathematisch
grandiosen - Stringtheorien persifliert der Ex - Physikstudent
Langhans - kein Abschluß - mit einem Gewaltakt der Philosophie. Ein
Ferkel sagt: Ich stinke, also bin ich.
(...)
http://hombredeletras.twoday.net/stories/thomas-pynchon-against-the-day/




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