"V" on stage in Berlin (Ballhaus Ost): Four more shows in October
Kai Frederik Lorentzen
lorentzen at hotmail.de
Fri Oct 4 04:29:30 CDT 2013
"V. (Daniel Schrader)
/Jeder, der weiterhin in einer Subkultur lebt, die so offensichtlich
kaputt ist, hat kein Recht, sich gut zu nennen. Die einzig gute Sache,
die man tun kann, ist die, die ich jetzt tun werde, nämlich aus diesem
Fenster zu springen./(Roony Winsome)
Im Januar 1956 taucht Benny Profane wieder in New York auf. Er fährt 24
Stunden ohne Unterbrechung mit der U-Bahn vom Times Square zum Grand
Central und wieder zurück, wird von einer Gruppe halbstarker Latinos
aufgegabelt, die ihm einen Job bei der Alligator Patrol besorgen, und
jagt fortan im New Yorker Untergrund nach Alligatoren, die einmal
Weihnachtsgeschenke waren, bevor man sie die Toilette runterspülte. Auf
seinen Streifzügen durch die Kanalisation entdeckt er Spuren eines
untergegangenen jesuitischen Rattenordens.
/"Hinter und in V. ist mehr verborgen, als irgendeiner von uns vermutet
hatte. Nicht wer, sondern was: was ist sie?"/ Ein Satz aus den
Tagebüchern seines Vaters, den Herbert Stencil auswendig gelernt hat.
Bis ’45 hat er geschlafen, nach ’45 schläft er nicht mehr und gibt sich
der Untersuchung von V. hin. Als sich die Hinweise verdichten, dass die
Ratte Veronika, die Mätresse von Pater Fairing, die Nonne werden wollte,
eine Personifikation von V. gewesen ist, steigt Stencil hinab in die
Kanalisation. Profane schießt Stencil in den Arsch.
Der Theaterabend /V./ begibt sich auf eine Reise durch das Universum von
Thomas Pynchons 1963 erschienenem Debütroman. Die Randexistenzen, die
dieses Universum bevölkern, bewegen sich in Endlosschleifen zwischen
Realität und Paranoia, Gegenwart und Vergangenheit, Beseeltem und
Unbeseeltem – das Sinnprekariat der Ersten Welt! DANIEL SCHRADER und das
Ballhaus Ost erkunden in /V./ unsere zeitgenössischen
Ersatzbetätigungslogiken (formerly known as Lebensziele) und finden
heraus, dass Lebensdurst und Sinnlosigkeit die Grundkoordinaten der
bipolaren Existenz sind: /All Night Long/.
*mit GINA HENKEL, TONI JESSEN, ANDREAS KLOPP, SIMON MANTEI, TINA PFURR,
SOPHIE SCHNEIDER, WIELAND SCHÖNFELDER, CLAIRE VIVIANNE SOBOTTKE*
*Regie DANIEL SCHRADER Bühne THEA HOFFMANN-AXTHELM Kostüme NINA
KROSCHINSKE Dramaturgische Mitarbeit ANNA-SOPHIE WESER Regieassistenz
JULIA JENDROSSEK Bühnenbildassistenz LISA BUCHHOLZ Kostümassistenz NINA
WITKIEWICZ Licht, Technische Leitung VOLKER M. SCHMIDT Kamera UTE SCHALL*
*EINE PRODUKTION VON DANIEL SCHRADER / BALLHAUS OST*
*GEFÖRDERT DURCH DEN REGIERENDEN BÜRGERMEISTER VON BERLIN –
SENATSKANZLEI – KULTURELLE ANGELEGENHEITEN*
*12. / 13. / 15. / 16. OKTOBER*
*15 / 10 EURO"
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