An interesting article... (part two)

KXX4493553 at aol.com KXX4493553 at aol.com
Fri Oct 18 09:13:21 CDT 2002


"Zuerst war man über die Wunderwaffen noch begeistert, aber dann kamen die 
vielen Abstürze", sagt auch der Zeitzeuge Josef Hayer aus Schladt. Die Waffe, 
die den Verlauf des Krieges wieder zugunsten Deutschlands wenden sollte, 
verursachte auch in der Eifel viel Schaden. Etwa jede neunte Rakete ging kurz 
nach dem Start runter.
Die abstürzenden Raketen verstreuten ihre Einzelteile auch in Ortschaften. 
Einige Personen kamen so durch die Explosion von Zündern ums Leben. Auch die 
Kreisstadt blieb nicht verschont. So schlug 1944 an einem Winterabend eine 
Rakete in der alten Jugendherberge in Wittlich ein. Wahrscheinlich war dies 
ein Rundläufer. "Manchmal sind sie solange im Kreis geflogen, bis sie 
abgestürzt sind", so Walther Schuh über die Irrläufer. So ist der unrühmliche 
Beiname "Eifelschreck" für die V1 nicht verwunderlich. Manche waren so kühn, 
sich den abgestürzten Waffen zu nähern, obwohl dies wegen der Geheimhaltung 
streng verboten war.
So sammelte Josef Hayer Einzelteile aus 20 V1-Raketen. Er selbst aber hatte 
mitbekommen, was passiert, wenn man dabei nicht aufpasst.
Ein Junge aus seiner Nachbarschaft starb, als ihm ein V1-Zünder in der Hand 
explodierte.
Ungleich schlimmer waren aber die Auswirkungen von Hitlers Vergeltungswaffen 
in England und Belgien. Etwa 10.000 Tote, so Hermann-Josef Stolz, gingen auf 
das Konto der "doodlebugs", der "Heuler". So wurde die V1 von den Engländern 
aufgrund der Fluggeräusche genannt. "Erst fielen nur eine oder zwei, aber 
schon bald wurde klar, dass es sich um ein planmäßiges Bombardement 
handelte", so ein englischer Zeitzeuge. Die V 1 zeigt die Perversion der 
nationalsozialistischen Kriegsführung. Als gäbe es nicht schon genug 
Kriegsopfer, bombadierte man für kleine Propagandaerfolge, wenn auch nur als 
Nebenwirkung, die eigene Bevölkerung. Aber nicht nur die Eifel war von 
Hitlers Propagandawaffen betroffen. Auch im Hunsrück waren 
"Vergeltungswaffen" stationiert, insbesondere die V2, das Vorbild moderner 
Langstreckenraketen.
Unter anderem von einer Abschussstelle bei Reinsfeld wurden diese Waffen 
gegen kontinentale Ziele eingesetzt. Aber wie die V1 litt diese Waffe unter 
"Kinderkrankheiten". Im Hunsrück wurde ebenfalls die nahezu unbekannte V3, 
"Fleißiges Lieschen" genannt, getestet. Die V3 war keine Rakete, sondern eher 
ein starkes Geschütz. Eine dieser Waffen feuerte von Beuren aus gegen 
Luxemburg.
kwp
P. S.: Of these V3 I never heard before.. something new also for me.
-------------- next part --------------
An HTML attachment was scrubbed...
URL: <http://waste.org/pipermail/pynchon-l/attachments/20021018/75d27344/attachment.html>


More information about the Pynchon-l mailing list