Re: (np?) "Why we should learn German" --- John le Carré

Jochen Stremmel jstremmel at gmail.com
Thu Jul 13 06:47:28 CDT 2017


In case anybody else is interested in how the problem was handled:

Köln, den 30. 6. 1994

Sehr geehrter Herr Stremmel,

als "waffenunkundige" Lektorin möchte ich mich herzlich für Ihre Hinweise
zu den John Le Carré-Übersetzungen bedanken. Die Korrekturen werden wir
natürlich bei der nächsten Auflage berücksichtigen.

(...)

Nochmals vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Bärbel Flad

Apropos »natürlich«:
Der heimliche Gefährte: Roman - Google Books-Ergebnisseite
<https://books.google.de/books?id=EVQbAwAAQBAJ&pg=PT234&lpg=PT234&dq=le+carr%C3%A9+%22heimliche+gef%C3%A4hrte%22+%22sprichw%C3%B6rtliche+kiefer%22&source=bl&ots=VX3-wCflfK&sig=F80AitKcFwzpuddvk9ieiaDvDbM&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjCof_Lh_DUAhUNbVAKHT99BQYQ6AEIIzAA>
https://books.google.de/books?isbn=3843708517
John le Carré
<https://www.google.de/search?client=gmail&rls=aso&biw=1102&bih=775&tbm=bks&q=inauthor:%22John+le+Carr%C3%A9%22&sa=X&ved=0ahUKEwjCof_Lh_DUAhUNbVAKHT99BQYQ9AgIJDAA>
- 2013 - ‎Fiction
Roman John *le Carré* ... Die braven Holländer können,wie Heines
*sprichwörtliche
Kiefer*, an den Küsten ihres kleinen flachen Landes stehen und in der
kalten ...




Am 4. Juli 2017 um 09:35 schrieb Kai Frederik Lorentzen <
lorentzen at hotmail.de>:

>
> Die Sache mit Heine ist wirklich peinlich!
>
> Hast Du Antwort erhalten?
>
> Kai
>
>
>
> Am 03.07.2017 um 14:41 schrieb Jochen Stremmel:
>
> A letter out of the past:
>
> 3. 6. 1994
>
>
> Kiepenheuer & Witsch
> Lektorat Le Carré
> Rondorfer Straße 5
> 50968 Köln
>
>
>
> Sehr geehrte Damen und Herren,
>
>
> ich redigiere freiberuflich Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche
> und habe in den vergangenen Jahren unter anderem für die Verlage Goldmann,
> Heyne und Rowohlt gearbeitet. Le-Carré-Leser bin ich schon sehr viel
> länger, ich kenne alle seine Romane, lese sie normalerweise im Original und
> sehe in die deutsche Übersetzung eigentlich nur aus besonderem Anlaß — etwa
> zum Zweck der Rezension. Seinerzeit habe ich DIE LIBELLE und den BLENDENDEN
> SPION für den Deutschlandfunk besprochen.
>
> Der Grund meines Briefs: vor vier Wochen habe ich den HEIMLICHEN GEFÄHRTEN
> in der Heyne-Taschenbuchausgabe überflogen, wobei mir einige Fehler
> aufgefallen sind, die bei einer gewissenhaften Durchsicht der Übersetzung
> den Weg ins Buch nicht hätten schaffen dürfen.
>
> 1. Zu Beginn des 6. Kapitels, Heyne-Ausgabe S. 158, ist in einem Abschnitt
> über die Illusionen "konspirativer Emigranten" in München von "russischen
> Besatzern" die Rede, wo im Original "Bolshevik usurpers" steht, ein
> Mißverständnis des Übersetzers, das den ganzen Absatz in Mitleidenschaft
> zieht: "Vor dreißig Jahren" meint hier die Zeit nach der Revolution und
> nicht nach dem 2. Weltkrieg.
>
> 2. HA S. 176 wird vom "Ersatzmagazin" eines Revolvers gesprochen. Von den
> Faustfeuerwaffen haben Magazine nur die Pistolen; für Revolver wurden erst
> in jüngerer Zeit sogenannte Schnell-Lader (Speed-Loader) entwickelt. Im
> Original steht "spare cylinder", also Ersatztrommel.
>
> 3. Zu Beginn von Kapitel 8, S. 233f, 239 wird mehrfach der Begriff
> "Mittlerer Osten" verwendet, ein politischer Terminus aus dem
> Angelsächsischen, dem hier das deutsche "Naher Osten" entspricht.
>
> 4. Der angesichts der Tatsache, daß es sich bei Smiley und seinem Schöpfer
> um Germanisten handelt, vielleicht unangenehmste Fehler ist die Übersetzung
> von Heines "proverbial pine" mit Kiefer (Anfang Kap. 9, HA S. 276), weil es
> sich in diesem Fall eindeutig um den Fichtenbaum aus dem BUCH DER LIEDER
> (Lyrisches Intermezzo, Nr. XXXIII) handelt.
>
> (...)
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
>
>
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